Der doppelte Amadeus

Musik für Klavier und Streicher von W. A. Mozart und E.T.A. Hoffmann

Der doppelte Amadeus

Der eine wurde als „Amadeus“ weltberühmt, der andere wählte den Namen aus Verehrung für ihn: Getauft auf die Namen Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus, unterschrieb Mozart selbst meist mit „Amadé“. E.T.A. Hoffmann hingegen ersetzte seinen dritten Vornamen Wilhelm bewusst durch die erst nach Mozarts Tod populär gewordene latinisierte Form „Amadeus“.

Während Mozart als Wunderkind und musikalisches Genie weltberühmt ist, kennt man Hoffmann heute vor allem als Schriftsteller der Romantik. Doch er war ebenso Komponist, Kapellmeister und Musikkritiker – und Mozart eines seiner großen künstlerischen Vorbilder. Der „doppelte Amadeus“ verweist damit auf eine künstlerische Beziehung, die sich auch in Hoffmanns Musik entdecken lässt. Im Zentrum des Konzerts stehen zwei Werke für dieselbe Besetzung: Mozarts Klaviertrio KV 564 und Hoffmanns Grand Trio AV 52. Ihr Nebeneinander macht die Nähe zum verehrten Vorbild ebenso hörbar wie den musikalischen Wandel zwischen zwei Epochen. Ergänzt wird das Programm durch Hoffmanns lange als verschollen geltende Serapionswalzer und seine Klaviersonate Nr. 1 A-Dur AV 22.

Dass diese musikalische Begegnung vom Ensemble NOVA SIDERA aus Poznań gestaltet wird, führt zugleich an einen wichtigen Ort in Hoffmanns eigener Biografie. In das damals zu Preußen gehörende Posen kam der ausgebildete Jurist 1800 als Gerichtsassessor – doch neben seinem Amt entfaltete er hier bereits eine rege musikalische Tätigkeit.

Moderiert wird das Konzert von Jörg Holzmann, Musik- und Literaturwissenschaftler aus Leipzig. Zwischen den Werken eröffnen Textauszüge und Hintergrundinformationen zu E.T.A. Hoffmann weitere Perspektiven auf den Künstler.

Monika Agatowicz (Violine)
Natalia Agatowicz (Cello)
Monika Woźniak (Klavier)

Back to overview