06.05.2009 / Sächsische Immobilienzeitung
Kategorie: Leipzig
 
 
 
Inhalt:

Das Haus Talstraße 10, im Stil der Neorenaissance entworfen von Otto Brückwald, dem Erbauer des Bayreuther Festspielhauses und des Hoftheaters Altenburg, beherbergt seit 7. November 2005 die Edvard Grieg – Gedenk- und Begegnungsstätte Leipzig. Der Gebäudekomplex war 1873/74 auf dem Großboseschen Garten für den Musikverlag C.F. Peters errichtet worden. Durch einen Torbogen mit beeindruckender Jugendstiltür, entworfen 1906 von Karl Poser, und einen gelungenen restaurierten Durchgang gelangt der Besucher zum Treppenhaus, das zur Gedenkstätte führt. 

 

Im Jahre 1885 war der fünfzehnjährige Edvard Grieg nach Leipzig gekommen, um am damaligen Konservatorium der Stadt Komposition und Klavier zu studieren. Für den begabten Norweger sollte dies der Beginn einer lebenslang andauernden Verbundenheit mit der sächsischen Musikstadt sein. Max Abraham und Henri Hinrichsen, die langjährigen Leiter des C.F. Peters Musikverlages, erkannten frühzeitig das Talent des jungen Edvard Grieg und verlegten später seine Kompositionen. Neben den geschäftlichen Beziehungen verband Grieg mit seinen Verlegern eine enge Freundschaft, sie waren auch seine Gastgeber, wenn der norwegische Komponist, später oftmals in Begleitung seiner Frau Nina, zu Besuch in Leipzig weilte. Sie vermittelten Kontakte mit anderen Komponisten und unterstützten seine Konzertreisen. Während der Aufenthalte in Leipzig bewohnte das Ehepaar Grieg die kleine Dachgeschosswohnung in der Talstraße 10; hier schrieb Grieg 188 auch seine berühmte Peer-Gynt-Suite. Mit der Eröffnung der Edvard Grieg – Gedenk- und Begegnungsstätte im Jahre 2005 verwirklichte der gleichnamige Verein unter Leitung seiner damaligen Präsidentin, der Musikwissenschaftlerin und Grieg-Forscherin Prof. Dr. Hella Brock, sein erstes großes Anliegen.

 Dauerausstellung 

In der Gedenkstätte informiert eine Dauerausstellung über das Leben und Werk des norwegischen Komponisten. Zugleich vermitteln Bildtafeln Einblicke in die Geschichte des Hauses und des Leipziger Grieg-Vereins. Dank einer großzügigen Spende konnten 2007 vier Vitrinen gekauft werden, in denen seither Kopien handschriftlicher Briefe und Noten Griegs ausgestellt werden. Einer weiteren großzügigen Spende ist es zu verdanken, dass die Gedenkstätte seit einiger Zeit über einen Duysen-Flügel verfügt – ein Instrument, welches aus der Zeit Griegs stammt und seither bei Konzerten die Besucher mit der Musik des Norwegers und ihm befreundeter Komponisten erfreut.

 Musiksalon 

Glanzpunkt des Hauses ist der ehemalige Musiksalon des Peters-Verlages, der fast vollständig in seiner Originalität erhalten geblieben ist. Einst spielte hier der Komponist seinem Verleger neue Kompositionen vor, heute wird mit Konzerten, Vorträgen, Lesungen und anderen Veranstaltungen ein umfangreiches Programm geboten. Hier konnten auch die in- und ausländischen Teilnehmer der Deutschen Grieg-Kongresse 2004 und 2008 begrüßt werden, die der Leipziger Grieg-Verein ausrichtete. Gleichzeitig steht das Haus für Veranstaltungen der Regionalgruppe Mitteldeutschland der Deutsch-Norwegischen Freundschaftsgesellschaft (DNF) und für norwegische Sprachkurse zur Verfügung.

Die Möglichkeit, dem großen norwegischen Komponisten in Leipzig ein Andenken zu setzen und eine Stätte der deutsch-norwegischen Begegnung zu schaffen, konnte nur durch die beständige und großzügige Unterstützung von Förderern erreicht werden. Ein besonderer Dank gilt hier der Königlich Norwegischen Botschaft Berlin, der VNG – Verbundnetz Gas AG, der Stadt Leipzig sowie allen, die mit ihren Spenden dazu beigetragen haben.

Auch für das Jahr 2009 plant der Grieg-Verein-Leipzig ein umfangreiches Veranstaltungsangebot. Auf Anfrage werden für Reise- und Besuchergruppen auch Führungen in der Gedenkstätte angeboten. Eine Übersicht aller Termine sowie weiterführende Informationen zur Grieg – Gedenk- und Begegnungsstätte gibt es im Internet unter www.edvard-grieg.de.