Norwegen, der Holocaust und der Nazismus
Donnerstag, 21. März 2019, 17:00

Herzlich willkommen zu einem spannenden Gespräch mit Bjarte Bruland & Sigurd Sørlie. Bruland spricht über sein Werk Holocaust in Norwegen. Registrierung, Deportation, Vernichtung, das im März 2019 in der Übersetzung von Jochen Pöhlandt im Vandenhoeck & Ruprecht Verlag erscheint. Sørlie spricht über sein Werk Sonnenrad und Hakenkreuz. Norweger in der Waffen-SS 1941-1945, das in deutscher Übersetzung von Sylvia Kall und Michael Schickenberg ebenfalls im März 2019 im Ferdinand Schöningh Verlag erscheint. 

 

Bjarte Bruland

Bruland war von 2007 bis 2012 Chefkurator des Jüdischen Museums Oslo sowie Direktor des Jüdischen Museums Trondheim. Von 2000 bis 2015 arbeitete er an einer Datenbank, die die Schicksale norwegischer Juden während des Zweiten Weltkriegs abzubilden. Im März 2019 erscheint sein Buch Holocaust in Norwegen. Registrierung, Deportation, Vernichtung in der Übersetzung von Jochen Pöhlandt im Vandenhoeck & Ruprecht Verlag.

Holocaust in Norwegen

Das Buch von Bjarte Bruland stellt die erste wissenschaftliche Monografie über den Holocaust in Norwegen dar. Es zeichnet die Entwicklung der antijüdischen Politik, die Verfolgung und Ausrottung der Juden in Norwegen vom Anfang der deutschen Besatzung bis zum Kriegsende nach.

Nach anfänglichem Zögern führten die deutschen Besatzer auch in Norwegen eine gezielt antijüdische Gesetzgebung ein. Im Januar 1942 wurde die systematische Registrierung der Juden veranlasst, im März das Judenverbot von 1814 wieder eingeführt. Im Herbst 1942 wurden sowohl die Besatzer als auch die norwegischen Kollaborateure in Bezug auf die »Judenfrage« immer ungeduldiger. Wie ist in der Folge agierten, unterschied sich jedoch vom Vorgehen der Nationalsozialisten im restlichen Westeuropa. Die Studie von Bjarte Bruland legt Gründe dafür dar und zeigt auf, wie die deutschen und norwegischen Täter kooperierten.

 

Sigurd Sørlie

Sigurd Sørlie (1975) promovierte in Geschichte an der Universität Oslo und ist derzeit als Associate Professor und Leiter des Center for Civil-Military Relations am Norwegischen Institut für Verteidigungsforschung tätig. Seine Forschungen konzentrieren sich vor allem auf die Geschichte Norwegens während des Zweiten Weltkriegs und des Kalten Krieges. Seit 2017 ist er an einem umfassenden Forschungsprojekt über Norwegen und den Zweiten Weltkrieg unter der Leitung von UiT The Arctic University of Norway beteiligt, das vom Norwegischen Forschungsrat finanziert wird. Im Juni 2019 erscheint sein Werk Sonnenrad und Hakenkreuz. Norweger in der Waffen-SS 1941-1945 in deutscher Übersetzung von Sylvia Kall und Michael Schickenberg im Ferdinand Schöningh Verlag.

Sonnenrad und Hakenkreuz

Sonnenrad und Hakenkreuz begibt sich auf die Spuren eines dramatischen und von Mythen umsponnenen Themas aus der Geschichte des Zweiten Weltkriegs: das Schicksal jener 4.500 Norweger, die als Freiwillige für das „Dritte Reich“ als Soldaten kämpften – größtenteils in Einheiten der Waffen-SS an der Ostfront.

Sigurd Sørlie legt die erste umfassende Darstellung über diese Männer vor. Er fragt nach ihren Motiven, Erfahrungen, Handlungen, weltanschaulichen Haltungen und Reaktionen auf das Kriegsgeschehen. Wer waren sie und warum ließen sie sich anwerben? Waren Sie Zeugen oder Mittäter bei NS-Verbrechen? In welchem Maße konnte die SS die weltanschauliche Haltung und das Handeln der norwegischen Soldaten beeinflussen? Auf der Grundlage umfangreicher, zumeist erstmals ausgewerteter Quellen kann der Autor mit vielen Mythen aufräumen. Er stellt das Thema dabei in den breiteren Zusammenhang des Kriegsgeschehens und der

 

Information zur Veranstaltung

Moderation: Daniela Stilzebach, Sylvia Kall und Jochen Pöhlandt

Eintritt frei

Participants

Bjarte Bruland
Sigurd Sørlie
Sylvia Kall
Daniela Stilzebach
Jochen Pöhlandt

Organisers